auf Kultour mit …

Begegnungen
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Ist das Kunst oder kann das weg?

November 10, 2012 Von: admin Kategorie: Allgemein

…auf der Art.Fair 2012 waren Mutschke & Weigand diesmal alleine unterwegs.


Vom 01. bis 04. November öffnete die ART.FAIR | Messe für moderne und aktuelle Kunst zum zehnten Mal ihre Tore.
Wir fragen uns: Wo ist die bedeutende zeitgenössische Kunst?

Das angeblich breite künstlerische Spektrum beschränkt sich auf viele „alte Positionen“ von Ernst Wilhelm Nay über Roy Lichtenstein, Keith Haring, Joan Miró und Emil Nolde bis Georg Baselitz.




Die Gegenwartskunst oder Contemporary Art liefert keine eigenständige Aussage, sondern lehnt sich an alte Positionen und kopiert sie mehr oder weniger schlecht.



Gut, wir wissen ja: das ästhetische “Geschmacksurteil” unterscheidet sich laut Kant fundamental vom rational-empirischen Erkenntnisurteil und vom ethischen Werturteil.
Aber wir wundern uns.

Offenbar wird das, was im Staatenhaus oft raumgreifende Ausmaße einnimmt, von Galeristen für bedeutsam gehalten, sonst wäre es nicht dort. Aber wir haben keine Ahnung, warum.
Konzeptionelle Neuerungen: Keine.

Was sagen die Künstler?

Hier einige Erklärungsversuche:

“Ich versuche mit meiner Kunst Grenzen auszuloten.”

“Ich lasse mich vom Kunstmarkt nicht beeinflussen.”

“Schönheit im klassischen Sinn interessiert mich nicht.”



“Ruhm ist nur eine Nebenerscheinung.”
“Ich habe gerade ein spannendes Projekt am Laufen.”
“Ich lebe in London, Berlin und New York.”

“Ich hab der dOCUMENTA/Biennale Venedig abgesagt.”

Künstler sind eben keine unparteiischen Auskunftgeber, sondern erbarmungslose und unerbittliche Kritiker. Und sie lassen sich nur schwer von Kunst ergreifen, die nicht von ihnen stammt.

Am Ende spielen Mutschke & Weigand “Ich sehe was, was Du nicht siehst”.
Weigand: “Ich sehe eine akkumulative Installation über die ganzheitliche Inbeziehungsetzung, die neben der kognitiven, diskursiven und intellektuellen Wiedererkennungskapazitäten gleichermaßen die psychische Wahrnehmung beansprucht.”
Mutschke: “Lass uns in die VIP-Lounge wechseln.”

Dr. Carsten Ludwig Riemer

September 15, 2012 Von: admin Kategorie: Allgemein

Ein zuverlässiger Erzähler

Dr. Carsten Ludwig Riemer , *1966 absolvierte sein Jurastudium in Deutschland, England und in den Niederlanden. Darüber hinaus studierte er Kunstgeschichte in Marburg und Leiden (NL) und promovierte am Max-Planck-Institut für internationales öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Als Anwalt ist er in Düsseldorf seit dem Jahr 2000 tätig. Dr. Riemer hat zunächst in verschiedenen Anwaltskanzleien in den Bereichen Gesellschaftsrecht, Wettbewerbs- und Urheberrecht, gewerblicher Rechtsschutz, Europarecht und Unternehmenskauf gearbeitet. Seit 2004 arbeitet er in eigener Kanzlei.


Der Tätigkeitsschwerpunkt der Kanzlei liegt in der rechtlichen Prüfung und Absicherung der branchenüblichen Geschäfte. Hierzu gehört ebenso die Prüfung der Provenienz von Kunstwerken, wie die Zusicherung bestimmter Eigenschaften und der rechtswirksame Erwerb des Eigentums an Kunstwerken.

Neben dem reinen Kunsthandel unterstützt Dr. Riemer Künstler, Galeristen und Unternehmen beim Aufbau von Sammlungen, speziellen Geschäftsformen z.B. auch bei der Kunstförderung im Sinne von CSR (Corporate Social Responsibility) sowie dem Schutz und der Durchsetzung von rechtlichen Ansprüchen. Seinen kunstwissenschaftlichen Hintergrund überträgt Dr. Riemer auf das komplexe Know-how unternehmensrechtlicher Verfahren für die Problemstellungen des Kunsthandels und des Kulturmanagements. In der Kunstbranche gewährleistet er somit ein weit überdurchschnittliches Maß an Professionalität und Sicherheit in Geschäftsbeziehungen.

Wir trafen Dr. Riemer in der Galerie TEAPOT in Köln


“Wir sind alle Glaubende, anscheinend führt kein Weg daran vorbei. Aber die Stimme in unserem Kopf ist die eines unzuverlässigen Erzählers.”

In seiner Einzelausstellung “Unzuverlässiger Erzähler” im TEAPOT präsentiert Ward Shelley sieben neue, detailliert gemalte Diagramme, die von der Geschichte des jüdischen Volkes, über das Heranwachsen der Teenager in der westlichen Kultur, bis hin zur punktgenauen Geschichte des Fluxus erzählen.

Shelley geht davon aus, dass Glaubende von Erzählungen abhängig sind, damit sie sich und die Welt um sich herum erklären können.




Im Zusammenhang zwischen Wort und Bild erklärt sich uns auch, warum diese Ausstellung einen gebürtigen Düsseldorfer nach Köln lockt.
Riemer ist ein bildhafter Denker.
Die lineare Betrachtungsweise in Tabellenform liegt ihm fern.
Riemer denkt wie Ward Shelley in Gedankenlandkarten.
Wenn sich Gedanken – so wie in den Diagrammen Shelleys – frei entfalten, können die Fähigkeiten des Gehirns effektiver genutzt werden.

“Ward Shelley erstellt Wimmelbücher für Erwachsene,” schwärmt Riemer.

In Shelleys Arbeiten gibt es tatsächlich viel zu entdecken:


Jeweils ein Schlüsselbegriff pro Linie oder Gedankenebene, verschiedene Farben für Äste oder Themen, dicker und dünner werdende Zweige, Bildelemente zu den Begriffen, persönliche Codes, die Zusammenhänge und Querverbindungen darstellen.
Jede der Arbeiten ist kreativ und humorvoll.

Da die assoziativen Fähigkeiten unbegrenzt groß sind, kann jedes enthaltene Wort oder Thema Mittelpunkt eines neuen Diagramms werden, erklärt uns der Künstler später.

Ein Diagramm oder ein Thema ist erst dann beendet, wenn sein Autor, bzw. Künstler dies beschließt. Das gilt im übrigen auch für Kinofilme, stellen wir im Gespräch mit Ward Shelley fest.

Ward Shelley (links im Bild)

Und schließlich führt uns unsere Assoziationskette von der Farbe grün zur Filmkunst und zu unseren Lieblingsfilmen. Von Lars von Trier und Nicole Kidman und den Dreharbeiten in Köln, zurück zur Kunst und Kulturförderung in Köln und Düsseldorf.

Für alle, die sich einmal selbst von der assoziativen Kreativität eines Ward Shelleys anstecken lassen möchten:

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Oktober 2012 geöffnet.

Fritz Roth

Juni 20, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

Alles beginnt mit der Sehnsucht

Fritz Roth wurde 1949 in Eikamp/NRW geboren.
Sein Vater führte einen Bauernhof und wollte, dass auch der Sohn Bauer werden sollte.
Fritz Roths Vater war ein Geschichtenerzähler, der es verstand „Geschichten zu zaubern und Geschichten in Geschichten zu finden.“
Und so fand auch Roth jun. seine eigene Geschichte. Zunächst absolvierte er eine humanistisch geprägte Schulbildung am St. Michaels-Gymnasium in Stey in den Niederlanden, danach wollte er Priester werden.


“Aber am richtigen Zeitpunkt sind mir immer die richtigen Menschen begegnet”, sagt Roth. Das führte dazu, dass er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln mit dem Abschluss “Diplom-Kaufmann” studierte. Sein Ziel war es dann bald, in den Vorstand eines großen Energiekonzerns zu wechseln.
Doch hierzu kam es nicht, weil ihm ein Bestattungshaus in Bergisch Gladbach angeboten wurde und Roth ohne zu zögern zugriff.
„Mein größtes Glück war, dass ich keine Ahnung hatte. Mit Bestattung hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nichts zu tun“, meint Fritz Roth.
Zu Gute aber kamen ihm seine Kindheitserfahrungen auf dem Bauernhof sowie die humanistische Erziehung in der Klosterschule, die den Tod als eine natürliche Begebenheit begriff.

Heute führt Roth außer Pütz-Roth noch andere Bestattungshäuser sowie eine private Trauerakademie.
Fritz Roth hat die Branche ordentlich aufgemischt.
Er ist ein weltweit gefragter Referent, hat viele Bücher veröffentlicht und übt eine Vielzahl öffentlicher und ehrenamtlicher Ämter aus.

Sein Reisekonzept „Eine Reise ins Leben“ in Zusammenarbeit mit dem Reiseunternehmen TUI wurde von GEO Saison in der Kategorie Pauschalreisen mit der “Goldenen Palme 2011″ für Konzept und Umsetzung ausgezeichnet.

Kommt der Mann mit dem vollen Terminkalender, der dafür plädiert inne zu halten und zur Ruhe zu kommen, denn noch selbst zur Ruhe?
Ja, meint Roth, denn er nimmt sich bewusst Auszeiten, genießt Gutes Essen und engagiert sich in Kultur und Kunst.
„In drei Jahren nehme ich mir sogar mal ein ganzes Jahr Auszeit und danach werde ich mich ausschließlich auf das Thema Tod und Trauer konzentrieren“, bemerkt der Trauerbegleiter.

Trauer ist Liebe


Im Bergischen Land, vor den Toren Kölns liegt in einem Wald auf einer Anhöhe das “Haus der menschlichen Begleitung”. Es ist der Sitz des Bestattungshauses Pütz-Roth und der “Privaten Trauer Akademie Fritz Roth”.

Hier hat der Trauerbegleiter Roth fernab jeglicher Sterilität von Totenkammern und Friedhofskapellen eine Umgebung geschaffen, in der das Leben zu Hause ist.


Die kleine rote Holzvilla (‘Villa Trauerbunt”) ist ein Haus ganz allein für trauernde Kinder. Unter der Anleitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Vereins “Domino” finden hier Kurse und Gesprächskreise statt, die trauernden Kindern dabei helfen sollen, Verlusterfahrungen konstruktiv aufzuarbeiten.
Im Hauptgebäude ermöglichen spezielle Abschiedsräume erwachsenen Angehörigen und Freunden in heller, freundlicher Atmosphäre Ruhe für ihren ganz persönlichen Abschied zu finden. Hier können sie den Verstorbenen noch einmal in den Arm nehmen, ihn berühren und das Unfaßbare im wahrsten Sinne des Wortes begreifen, durch kreative Betätigung (Basteln, Schreiben und Malen) ihre Gefühle zum Ausdruck bringen oder gemeinsam Musik hören oder Erinnerungen auf Video betrachten.
In einem ausgedehnten Werkstattbereich besteht außerdem die Möglichkeit z.B. eine Totenmaske anzufertigen oder den Sarg selbst zu bemalen.

Der ‘Pfad der Sehnsucht’


Trauer und Liebe ist auch das Credo der Kunst, die in den Räumlichkeiten des Bestattungshauses zu sehen ist. Mit seinem sog. “Jahreskünstler-Projekt” ermöglicht Roth jedes Jahr einem Künstler sein Haus ein ganzes Jahr mit Arbeiten auszustatten. In diesem Jahr ist es Michael Wittassek.
“Ich möchte sehen, ob die Nähe zum Tod das kunstschaffende Wirken beeinflusst und wie ein kunstschaffender Mensch mit seinen Augen unsere Arbeit sieht”, erklärt uns der Bestatter.


Fritz Roth wollte auch uns die Weisheit des Hauses begreifbar machen, deshalb führte er uns durch seine umfangreiche Kunstinstallation in der “Privaten Trauer Akademie”.
Wie eine Steinlawine bricht der Tod in die alltägliche Welt. Und beim ersten Schritt durch die Tür in den kleinen, mit einer Wandleuchte erhellten Raum, bin auch ich verunsichert und komme zunächst aus dem Tritt. Ich will (alleine) weiter gehen, doch Roth fordert mich auf, halt zu machen und zuzuhören: “Es ist wichtig, seinen eigenen Weg durch ein Trümmerfeld finden. Niemand hat ein Anrecht auf Morgen und durch die natürliche Begrenzung Tod kann ich wieder die Ressource Leben entdecken. Leben braucht Gemeinschaft und durch Kommunikation entsteht Kultur.”

Gemeinsam sperren wir eine kleine unscheinbare Tür am Rande des Ganges auf. Ich hätte sie fast übersehen.


Sie führt uns in den Raum der “Vergessenen Kindheit”. Hier hat die Künstlerin Ulrike Oeter die Ursprünge ihrer und anderer Kindheit(en) abgebildet. “Wenn ich an meine Wurzeln gehe, geerdet bin, halte ich auch die Stürme aus, die täglich über mich hinwegfegen”, erläutert uns Fritz Roth.



Ein von innen beleuchteter Mantel besteht aus Papierstreifen. Oeter hat die Briefe ihres Vaters aus dem Russland- und Polenkrieg auf Spezialpapier übertragen, die Bögen in Steifen geschnitten und daraus einen Umhang hergestellt, den es gilt in der eigenen Vorstellung über zu ziehen und sich dabei seiner eigenen Ursprünge bewusst zu werden.
Es sind viele Geschichten und Denkwürdigkeiten in diesem Raum.
Wir staunen, verweilen, erleben den Augenblick, rückblickend.
“Angesichts der Endlichkeit ist das Verweilen im Augenblick eine große Chance”, sagt Fritz Roth.

Später in den anderen Räumen erleben wir Grenzerfahrung, Vertrauen, Zerbrechlichkeit und Einzigartigkeit.

“Ich setze meinen Fuß in die Luft und ich fühlte sie trug mich.”
Dieses Zitat der Lyrikerin Hilde Domin soll für mich Wirklichkeit werden und stellt mich vor eine der größten Herausforderungen dieses Nachmittags.
Der Weg über einen gläsernen Boden, unter mir ein großes Nichts, führt zu einem Gang mit langen Glasregalen, links und rechts verschlossene Türen.
All das symbolisiert die Einzigartigkeit des Augenblicks und die Zerbrechlichkeit von Beziehungen. In Spiegelscherben zeigt sich der blaue Himmel und überall liegt Erinnerung.


Nach dem Verlassen des Pfades, finden wir uns draußen auf einer Wiese wieder und bewegen uns am Rande der “Gärten der Bestattung”.

“Wir sind Analphabeten für das Wahre im Leben, deshalb brauchen wir Bilder. Über Bilder entwickeln wir unsere eigenen Träume und Sehnsüchte”, resümiert der Trauerbegleiter.

Wir danken Fritz Roth für die starken Bilder und einen unvergesslichen Nachmittag.

Angelika Röthgen und Ellen Eggers

Juni 04, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

Ein Leben ohne Schweinehund

Es geht ums Essen oder vielmehr um das schlechte Gewissen und den Stress mit dem Essen, der viele Menschen plagt. Die Autorinnen und Trainerinnen Angelika Röthgen und Ellen Eggers machen Schluss damit und treten für ein Leben voller Leichtigkeit, ohne Schuld und Reue ein.


Ellen Eggers (rechts im Bild) lebt und arbeitet in Köln. Die Pädagogin mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung ist Ernährungsberaterin, coacht und berät Klienten zum Thema Essen und verfügt über langjährige Erfahrung in eigener Praxis.
Aufgrund persönlicher Erfahrungen und weil sie vor etwa 15 Jahren die Lösung für ihre eigenen Gewichts-Probleme gefunden hatte, entwickelte Eggers die Alpha-Swing-Methode® auf der Grundlage des NLP (Neurolinguistisches Programmieren). In der 2007 von ihr gegründeten Alpha-Swing-Akademie in Köln führt sie Fortbildungen für ErnährungsberaterInnen, HeilpraktikerInnen und Fachrichtungen mit psychologischem und beratendem Hintergrund durch.
2007 erschien auch Ellen Egers Buch Das Schweigen der Lämmlein: So zähmen Sie die inneren Stimmen, die Sie zum Essen verführen im Mosaik Verlag bei Goldmann.

Angelika Röthgen studierte in Köln und London mit dem Abschluss als Diplom-Übersetzerin. Später lebte sie einige Jahre in Australien.
Nach der weltweiten Betreuung von Großprojekten für ein TV-Produktionsunternehmen und vielen Zusatzausbildungen, arbeitet Röthgen seit 1998 als Projekt-Coach und Beraterin in Köln.
In der Arbeit mit KlientInnen spürt sie erfolgsverhindernde Sichtweisen auf, setzt bewährte Methoden zur Persönlichkeitsentwicklung ein und nutzt dabei aktuelle Erkenntnisse der Neurowissenschaften.

Ellen Eggers und Angelika Röthgen gründeten 2011 den AREE – Neue Denkenweisen Verlag und veröffentlichten das Buch und Lernspiel “Ein Leben ohne Schweinehund”

Wir trafen die Autorinnen im Stadtgarten in Köln.



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Der Kölner Stadtgarten ist ein Landschaftspark, ein Stadtbiotop mit etwa 80 Arten heimischer aber auch exotischer Baum- und Gehölzarten, der den Bürgern im Sinne “Der schönen Gartenkunst” des Berliner Landschaftsgestalters und Städtischen Gartendirectors Johann Heinrich Gustav Meyer zur Erholung dienen soll.

Zwischen 1827 und 1828 wurde der Park auf dem Gelände vor der Kölner Stadtmauer als Schmuckgarten mit einer angegliederten provinzialen Baumschule angelegt und in den Jahren 1888 bis 1890 von Gartenbaudirektor Adolf Kowallek, einem Schüler Meyers, von 11 auf 6 Hektar verkleinert und neu gestaltet.

Im (Ein)Klang mit der Natur


2007 wurden auf Initiative des Fördervereins ProStadtgarten 2007 im Stadtgarten Klangskulpturen aufgebaut.
Für Literaturliebhaber richtete der Förderverein StadtBibliothek Köln e. V. 2009 die deutschlandweit erste Mini-Leihbibliothek “minibib” mit einer Auswahl von mehr als tausend Büchern am Rande des Parks ein.

Kein Wunder, dass es hier auch die beiden Pioniere im Sichtweisenwechsel hinzieht. Ellen Eggers und Angelika Röthgen sind mit ihrer Denkweise neue Wege gegangen und sie gründeten einen eigenen Verlag, weil die Idee nicht verwässert werden sollte.
“Wir wollen keinem Trend entsprechen, sondern genau das veröffentlichen, von dem wir überzeugt sind, dass es funktioniert. Die Leser sollen mit dem Buch arbeiten können und das Feedback ist uns besonders wichtig”, so Röthgen.

Vertraue auf Deine Bedürfnisse und wähle


Das Leben ohne Schweinehund ist ein Perspektivenwechsel. Ellen Eggers schildert das so: “Viele meinen heute immer noch, dass man Ziele deshalb nicht erreicht, weil man nicht genug Disziplin und eisernen Willen aufbringt. Irrtum! Die aktuellen Ergebnisse der Neurowissenschaften zeigen: Verstand und Willen sind nur zu einem kleinen Teil direkt ausschlaggebend dafür, wie wir denken und handeln.
Tatsächlich liegen die Auslöser für die Mehrzahl unserer Gedanken und Handlungen auf einer unbewussten Ebene.”
Deshalb vermitteln Röthgen und Eggers, wie man den Fokus auf das Innere richtet, um die vielen Facetten der Persönlichkeit zu entdecken. Aber sie geben keine Ratschläge, die zeigen, was zu tun ist, um das Verhalten zu verändern.
“Mit unserer Anleitung kann jeder selbst methodisch und spielerisch erkunden, was alles in seinem Inneren abläuft, wenn es um ganz persönliche Themen und Ziele geht – als Grundlage für jede gewünschte persönliche Veränderung”, resümieren Angelika Röthgen und Ellen Eggers.

Zu erwähnen wäre noch: Am Rande des Stadtgartens befindet sich das von der „Initiative Kölner Jazz Haus e.V.“ ins Leben gerufene Konzerthaus mit gleichem Namen, welches aus einem Konzertsaal, einem Live-Club (Studio 672), einem Café- Restaurant mit Biergarten und Gartenrestaurant besteht.

Und so wählen wir am Ende den Gang ins Stadtgarten-Café, in dem wir bei Kaffee und Kuchen unser interessantes Gespräch ausklingen lassen.
Kein Stress, kein schlechtes Gewissen, denn uns ist klar geworden worum es geht.

Carlos Garcia Piedra

Mai 21, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

“Immer zu, immer zu – dreht euch, wälzt euch.” Woyzek

Carlos Garcia Piedra wurde 1966 in Spanien geboren. Im schulfähigen Alter zog er als Kind spanischer “Gastarbeiter” nach Köln.


In der Nähe des Kölner Theaters TIEFROT, in dem Garcia später etliche Rollen spielen würde, lernte der junge Spross in der sog. Vorbereitungsschule deutsch.
“Nach meinem freien Leben in der Nähe von Madrid war Deutschland ein Kulturschock für mich”, erläutert uns der Schauspieler.
Garcia war ein schwieriger Schüler. Aber sein Vater, dem als Opern- und Filmliebhaber Bildung sehr wichtig war, nahm großen Einfluss auf die künstlerische Entwicklung seines Sohnes.
Erste prägende Theatererfahrungen machte Garcia Junior mit 14 Jahren. Bertold Brechts Stück “Furcht und Elend” weckte in ihm die Leidenschaft, die Bretter, die die Welt bedeuten, zu erobern.
Aber zunächst absolvierte Garcia eine “seriöse” Ausbildung als Speditionskaufmann, arbeitete in einer Kunstspedition und kam dort mit vielen, mittlerweile hochdotierten Künstlern und Kunstwerken in Kontakt.

“Soll ich? Muss ich?” Woyzek
Carlos Garcia Piedra musste! Dem inneren Verlangen folgend, kündigte er den sicheren Job, bewarb sich 1991 an der Folkwang Universität der Künste und erhielt dort beim ersten Vorsprechen die ernüchternde Einschätzung: “Sie sind doch Kaufmann. Wie kommen Sie darauf Schauspieler werden zu wollen?”

Der erste Versuch, den geraden Weg einzuschlagen, endete mit der Erkenntnis: “In diesem Beruf geht es nicht nur um Talent, sondern auch um Politik”.

Carlos Garcia Piedra ließ sich nicht einschüchtern, nahm Privatunterricht bei renommierten Schauspiel- und Sprechlehrern wie Christoph Hilger und Manfred Schwabe und kann mittlerweile auf etliche Theater- aber auch Film- und Fernseh-Engagements sowie (Synchron-)Sprecherrollen zurück blicken.

2007 wurde der Schauspieler für den Kölner Theaterpreis („Die Grönholm Methode“, Theater TIEFROT) nominiert. Zuletzt spielte er in Büchners Drama “Woyzeck”.

Wir trafen Carlos Garcia Piedra im COMEDIA Theater, Köln



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Seit über 25 Jahren steht das COMEDIA Theater Köln für anspruchsvolle Theaterarbeit.
Der Vorstellungsbetrieb stützt sich auf fünf Programm-Bereiche. In zwei Sälen werden Eigenproduktionen in den Bereichen Kindertheater und Junges Theater sowie hochkarätige Gastspiele aus Kabarett & Comedy sowie Theater, Tanz und Konzerte, Lesungen präsentiert. Außerdem finden theaterpädagogische Kurse und professionelles Schauspieltraining in dem ehemaligen Feuerwehrgebäude statt. Mit seinen spielplanbegleitenden Angeboten sieht sich das Haus deshalb auch als Einrichtung der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche.

“Es wartet keiner auf Dich. Wo Du nicht bist, wirst Du nicht gesehen.”


Im Comedia Theater trifft Carlos Garcia Piedra regelmäßig Kollegen. Hier tauscht man sich über neue Produktionen aus, erzählt sich verschiedene Neuigkeiten und diskutiert z.B. auch über die Auswirkungen des Schauspieler-Überangebots. Aufgrund ungenügender Kulturfinanzierung durch die öffentliche Hand, scharfer Konkurrenzkämpfe kleiner Produktionsfirmen usw. werden Schauspielern oft unsichere und schlecht bezahlte Arbeitsbedingungen geboten.


Wer den Schauspieler als begnadeten Künstler und gefeierten Star betrachtet, orientiert sich an den wenigen Bühnengrößen und Fernsehberühmtheiten und übersieht dabei, dass sich für den größten Teil dieser Berufsgruppe der Arbeitsalltag zwischen temporärer Arbeitslosigkeit, kurzfristigen Engagements, Saisonverträgen in Tourneetheatern und zermürbenden Kämpfen um die Gunst von Intendanten und Regisseuren abspielt.

“In diesem Beruf darfst Du Dir keine Pause gönnen”, meint Garcia, denn nicht nur die Beschäftigungsbedingungen sondern auch die darstellerische Arbeit stellen hohe Anforderungen an den Schauspieler.
Einerseits beansprucht die intensive Auseinandersetzung mit der darzustellenden Figur große mentale und intellektuelle Fähigkeiten und andererseits erfordert das Rollenhandeln, das sich sehr häufig in mindestens Zwei-Personen-Dialogen vollzieht, eine hohe soziale Kompetenz.

“Es gibt nicht nur den einen Weg, jeder kommt auf seine eigene Art zu seiner Rolle. Ich glaube an meine kontinuierliche Entwicklung als Schauspieler”, resümiert Carlos Garcia Piedra und wir wünschen ihm weiterhin viel Erfolg dabei.