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Artikel der Kategorie Oktober, 2010

Béla Mavrák

Oktober 21, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein 1 Kommentar →

„Als Kind wollte ich eigentlich Archäologe werden. Musik, Kunst und ausgefallene Schuhe sammeln – das ist meine Welt.”

Béla Mavrák wurde in Baden bei Wien geboren. 1989 begann er sein Gesangsstudium an der Musikakademie in Belgrad, setzte es an der Kölner Musikhochschule fort und erhielt dort 1994 sein künstlerisches Diplom. Es folgten Privatunterricht und Meisterkurse bei
Franco Corelli
, Gianni Raimondi und Nicolai Gedda in Italien.

Einige Stationen seiner Karriere waren die Belgrader Staatsoper, die Bonner Beethovenhalle und das Salzburger Festspielhaus.
Am Deutschen Nationaltheater Weimar sang er zwei Jahre in zehn verschiedenen Opernproduktionen und in mehr als hundert Vorstellungen.

Mavrák erhielt im Laufe seiner Karriere verschiedene Preise und Auszeichnungen.
Am nachhaltigsten beeindruckte ihn aber ein gemeinsamer Konzertauftritt mit dem „Jahrhundertgeiger“ Yehudi Menuhin.
“Der große Yehudi Menuhin, mit dem ich 1999, kurz vor seinem Tod, noch zusammenarbeiten durfte, hat einmal gesagt: ‘Singen ist die eigentliche Muttersprache des Menschen.’ Dieser Satz des auch in seiner Bescheidenheit großen und großartigen Menschen und Musikers, hat mich tief bewegt und bis heute geprägt.”

Seit 2007 begleitet Mavrák André Rieu als Gast-Tenor auf dessen Welt-Tournee.
Die Zusammenarbeit mit Rieu ermöglichte ihm auf allen fünf Kontinenten vor einem Millionenpublikum an den Fernsehschirmen zu singen.
Im Sommer 2010 produzierte Béla Mavrák in Kuba ein Album zusammen mit den “Stars of Buena Vista”. In diesen Monat wird es zunächst exklusiv in Mexiko, im Frühjahr 2011 dann in Deutschland erscheinen.

Béla Mavrák lud uns in sein privates Museum in der Kölner Innenstadt ein.
Dort hat er eine große Sammlung von Fundstücken und Kulturgütern mit archäologischem und kunsthistorischem Wert zusammen getragen.

© Weigand

Auf seinen vielen Weltreisen u.a. nach Papua Neuguinea, Jordanien, Syrien, Tibet und Burma betätigte Mavrák sich als Anthropologe und Hobby-Archäologe.
Um jedes einzelne Stück seiner großen Sammlung rankt eine Geschichte.

© Weigand

“Das sind meine Erinnerungen – das ist mein Leben!”

© Weigand

So drückte ihm auf einem Voodoo-Markt in Togo ein Priester eine kleine blutbeschmierte Figur in die Hand.
Der Mann hatte zuvor in einer Hütte eine Zeremonie abgehalten und riet ihm, er solle seine Wünsche in den Mund der Figur flüstern und diesen dann schnell mit dem anhängenden Faden schließen, weil sie sonst nicht in Erfüllung gingen.
“Mein einziger Wunsch war, dass ich heil nach Hause komme,” versichert uns Mavrak.

Im Flur hängt ein dunkles Ölgemälde.
Es ist eine Darstellung von Mephisto und Faust.
“Zu diesem Gemälde habe ich eine besondere Beziehung. Das ist meine Rolle! Auch wenn ich in Weimar Faust gespielt habe, so bin ich doch eher so verrückt wie Mephisto. Wenn wir bei Rieu singen und meine Augen dabei strahlen, betiteln mich meine Fans als Mephisto.”

Boris Becker

Oktober 12, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

“Beim Namen ‘Boris Becker’ denken die meisten nur an einen: an ‘Bobbele’. Das könnte sich bald ändern. Der Tennisballkünstler Boris Becker hat seine größten Erfolge längst hinter sich, bei dem Fotokünstler Boris Becker könnten sie noch folgen.”
SPIEGEL, 02.2010

Der Kölner Boris Becker (*1961) ist einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen deutschen Fotografie. Er studierte genau wie Thomas Struth, Thomas Ruff, Candida Höfer und Andreas Gursky an der Kunstakademie Düsseldorf bei den namhaften Lehrern Bernd und Hilla Becher.

Durch seine sachliche, aber dennoch sehr persönliche Formgebung mit der charakteristischen Bildsprache, gelangte Becker zu internationaler Bekanntheit.

Dabei geht es in seinen Arbeiten weniger um Funktion, als um ästhetische Qualität, zuweilen im Stil der Minimal Art. Bis Ende September 2010 war seine aktuelle Ausstellung “Interieur/Exterieur” in der  Galerie Holtmann im Kölner Rheinauhafen zu sehen.

Boris Becker führte uns an die Eisenbahn-Südbrücke in Köln-Poll und erläuterte wie im Jahr 1993 seine Fotoarbeit “Ohne Titel 1149″ entstanden ist.

© Weigand, 2010


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Einige Male besuchte Becker die Rheinstelle, an der die Konstruktion für die Sanierung der Kölner Eisenbahn-Südbrücke zu sehen war.
Aber erst zum Zeitpunkt des “Jahrhunderthochwassers” ergab sich eine Situation, in der das Objekt gut zur Geltung kommen würde. Der Künstler fand auf dem äußeren Gehweg der Eisenbahn-Südbrücke den geeigneten Standpunkt und baute dort Stativ und Großformat-Kamera auf.
Die Justierung des Stativs erwies sich als anstrengende “Fummelei”, denn ständig fuhren Züge vorbei, die die Arbeit auf der wackeligen Ebene erschwerten.
Insgesamt dauerte es etwa 1 Stunde bis die Einstellung stand. Aber das war keine neue Erfahrung für den Kölner Fotografen.
“Am längsten dauert es immer den Aufnahmestandpunkt zu finden, dabei geht es häufig um Zentimeter.”

© Weigand, 2010

Um die Bewegungsunschärfe des Flusses zu erzielen, wählte Becker eine lange Belichtungszeit. Außerdem achtete er darauf, dass keine Ablenkungen das Motiv beeinträchtigten.
“Eine bunte Straßenbahn im Hintergrund hätte gestört. Bunte Sachen stören mich.”

Das Kunstwerk wurde auf 160×200 vergrößert, dadurch käme, so Becker, jedes kleine Detail zum Vorschein und der Betrachter würde durch das wechselseitige Erkennen und Nichterkennen zum genauen Hinsehen angeregt.
“Dieses Format ist kein Selbstzweck. Es verleiht dem Bild eine essenzielle Aussage.”