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Boris Becker

Oktober 12, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

“Beim Namen ‘Boris Becker’ denken die meisten nur an einen: an ‘Bobbele’. Das könnte sich bald ändern. Der Tennisballkünstler Boris Becker hat seine größten Erfolge längst hinter sich, bei dem Fotokünstler Boris Becker könnten sie noch folgen.”
SPIEGEL, 02.2010

Der Kölner Boris Becker (*1961) ist einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen deutschen Fotografie. Er studierte genau wie Thomas Struth, Thomas Ruff, Candida Höfer und Andreas Gursky an der Kunstakademie Düsseldorf bei den namhaften Lehrern Bernd und Hilla Becher.

Durch seine sachliche, aber dennoch sehr persönliche Formgebung mit der charakteristischen Bildsprache, gelangte Becker zu internationaler Bekanntheit.

Dabei geht es in seinen Arbeiten weniger um Funktion, als um ästhetische Qualität, zuweilen im Stil der Minimal Art. Bis Ende September 2010 war seine aktuelle Ausstellung “Interieur/Exterieur” in der  Galerie Holtmann im Kölner Rheinauhafen zu sehen.

Boris Becker führte uns an die Eisenbahn-Südbrücke in Köln-Poll und erläuterte wie im Jahr 1993 seine Fotoarbeit “Ohne Titel 1149″ entstanden ist.

© Weigand, 2010


Größere Kartenansicht

Einige Male besuchte Becker die Rheinstelle, an der die Konstruktion für die Sanierung der Kölner Eisenbahn-Südbrücke zu sehen war.
Aber erst zum Zeitpunkt des “Jahrhunderthochwassers” ergab sich eine Situation, in der das Objekt gut zur Geltung kommen würde. Der Künstler fand auf dem äußeren Gehweg der Eisenbahn-Südbrücke den geeigneten Standpunkt und baute dort Stativ und Großformat-Kamera auf.
Die Justierung des Stativs erwies sich als anstrengende “Fummelei”, denn ständig fuhren Züge vorbei, die die Arbeit auf der wackeligen Ebene erschwerten.
Insgesamt dauerte es etwa 1 Stunde bis die Einstellung stand. Aber das war keine neue Erfahrung für den Kölner Fotografen.
“Am längsten dauert es immer den Aufnahmestandpunkt zu finden, dabei geht es häufig um Zentimeter.”

© Weigand, 2010

Um die Bewegungsunschärfe des Flusses zu erzielen, wählte Becker eine lange Belichtungszeit. Außerdem achtete er darauf, dass keine Ablenkungen das Motiv beeinträchtigten.
“Eine bunte Straßenbahn im Hintergrund hätte gestört. Bunte Sachen stören mich.”

Das Kunstwerk wurde auf 160×200 vergrößert, dadurch käme, so Becker, jedes kleine Detail zum Vorschein und der Betrachter würde durch das wechselseitige Erkennen und Nichterkennen zum genauen Hinsehen angeregt.
“Dieses Format ist kein Selbstzweck. Es verleiht dem Bild eine essenzielle Aussage.”