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Prof. Michael Faust

Dezember 14, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein, Kunst Noch keine Kommentare →

“Ich bin nicht berühmt, nur bekannt.”

Prof. Michael Faust begann seine Laufbahn als Orchestermusiker im Alter von 20 Jahren. Nach seinem Flötenstudium bei Cäcilie Lamerichs (Köln), Karlheinz Zöller (Hamburg) und Auréle Nicolet (Basel) war er Solo-Flötist im Orchestra di Santa Cecilia in Rom, im Hamburger Philharmonischen Orchester und bei den Münchner Philharmonikern unter Sergiu Celibidache.
Solokonzerte führten den gebürtigen Kölner in nahezu alle Länder Europas, nach Nord- und Südamerika, durch Afrika sowie nach Japan.

Im Laufe seiner Karriere wurde er mit vielen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. 1986 erhielt er als erster deutscher Musiker den renommierten“Pro Musicis-Award” in New York.
Prof. Michael Faust war Dozent bei der ‘European Mozart Foundation’ in Prag und Warschau, gibt Meisterkurse in Europa, Südamerika, Japan und den USA und lehrt an der Musikhochschule Düsseldorf.

Seit1988 ist Faust Soloflötist beim WDR Sinfonierorchester Köln.

Wir trafen den hochkarätigen Musiker im Kölner Kunstmuseum Kolumba.

© Weigand


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Als Diözesanmuseum Köln 1853 gegründet, vereinigt das Kunstmuseum des Erzbistums Köln die Trias Ort, Architektur und Sammlung.
2007 wurde der Neubau des Museums nach dem Entwurf des Schweizer Architekten Peter Zumthor an der Stelle der kriegszerstörten romanischen Kirche St. Kolumba in der Kölner Innenstadt eröffnet.
Kolumba ist ein Ort der Konzentration und Auseinandersetzung, hebt Gemeinsamkeiten und Wechselwirkungen der Kunst- und Kulturgeschichte hervor.

© Weigand

© Weigand

Hier findet Prof. Faust Bezüge zu seiner Arbeit als Musiker.
In vielen seiner Aufführungen werden unterschiedliche Kompositionen aus verschiedenen Epochen der Musikgeschichte dargeboten.

“Die stilistischen Sprünge sind am schwersten.
Wir üben das ständig.

Sobald Du ein neues Stück auf die Bühne bringst, bist Du ein anderer Mensch.”

© Weigand

Fausts Karriere war ein verzweigter Weg, kein Sprung, aber ein Gang durch Höhen und Tiefen. Das hat ihn stark gemacht.
Großen Respekt hat er vor Komponisten, er selbst hat immer die Nischen bis hin zur Komposition gesucht.
“Es ist schwer sich selbst einzuschätzen und den Platz zu finden, an dem man sich wohl fühlt.”

Musikstücke werden – genauso wie Kunstwerke – sehr unterschiedlich interpretiert.
“Eine Komposition ist wie ein Kunstgemälde. Bringst Du sie zum Klingen, ist sie erst das, was sie sein sollte. Und manchmal sagt ein Komponist sogar: ‘Jetzt habe ich das Stück auch verstanden.’ ”

Prof. Michael Faust ist bei aller Liebe zur Musik und Kunst auch ein engagierter Pädagoge und Förderer.
“Meine Eltern und Lehrer haben mich sehr gefördert und mir den Weg gewiesen. Diese Erfahrung will ich nun weitergeben.”

Darum hat der Musiker einen Verein gegründet.
“InterArtes – Verein zur Förderung der Künste e.V.” hat folgende Ziele:
– Förderung der Kunst, Kultur und Bildung;
– Vergabe von Stipendien und Preise in den Bereichen Musik, Literatur, Architektur und Bildende Kunst;
– Durchführung künstlerischer Veranstaltungen, Wettbewerbe, Kurse, Seminare, Vorträge und Workshops.

Namhafte und international renommierte Künstler sowie anerkannte Spezialisten sind Kuratoren des Vereins. Sie wählen jährlich 6 junge Stipendiaten aus, die die Aufgabe bekommen, in einem Zeitraum von 3 Monaten (von April bis Juni) auf Castello di Gargonza (Italien/Toskana) neue Werke zu erschaffen.

Faust ist dabei besonders wichtig, dass die jungen Künstler durch die Begegnung mit den Kuratoren und Mentoren in einer interdisziplinären Zusammenarbeit Atmosphären schaffen, Sichtweisen und Horizonte erweitern und Bezüge herstellen.

“Das ist mein persönlicher Aufhänger. Ich habe selbst spürbare Inspirationen aus dieser besonderen Atmosphäre in der toskanischen Landschaft gezogen.”

Wann die Reise für die ersten Stipendiaten in die Toskana beginnt, weiß er noch nicht, aber die Weichen sind schon gestellt und viele hochkarätige Fachleute haben ihre Teilnahme zugesagt.
Allein die Sponsoren müssen noch gefunden werden. Aber auch darin sieht der engagierte Musiker kein Problem.

“Ich möchte mir noch ein gewisses Maß an Naivität bewahren. Das schafft Kreativität.”