auf Kultour mit …

Begegnungen
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Thorsten Hahn

Januar 25, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

“Manche Menschen glauben, ich sei ein Avatar.”

Wenn man Gerüchten glaubt, ist der Netzwerker, Vertriebsprofi, Buchautor und Geschäftsführer Thorsten Hahn zwar im virtuellen Netz sehr präsent und überaus bekannt, aber nur der (foto)grafische Stellvertreter eines erfolgreichen Unternehmens.
Wir haben den Beweis angetreten und durften feststellen: Der berüchtigte “Avatar Hahn” existiert in der realen Welt!
Es handelt sich bei dem 43jährigen Wahlkölner also um keine künstliche, sondern eine überaus lebendige und sympathische Person.

© Weigand

Der gelernte Bankkaufmann, studierte Diplom-Kaufmann hat als Vertriebstrainer für Banken gearbeitet und mehrere Fachbücher veröffentlicht.
Seit 2004 moderiert er, vom manager magazin übrigens als “Mr. Xing” bezeichnet, im Businessnetzwerk Xing das von ihm gegründete und heute größte Branchenforum für Banker in Europa.

Als “Xing Xpert-Ambassador” für die Finanzbranche hat Hahn bei Xing heute die meisten direkten Branchenkontakte.

2005 gründete der Dipl. Kaufmann das Start‐Up‐Unternehmen BANKINGCLUB.
Diese erfolgreiche Community für Mitarbeiter von Banken und Finanzdienstleistern ist mehr als ein virtuelles Portal.
Wie in einem Businessclub erhalten die Mitglieder verschiedene Mehrwerte. Sie werden nicht nur regelmäßig via Newsletter über aktuelle Fachthemen informiert, sondern auch zu Kongressen und Abendveranstaltungen im deutschsprachigen Raum eingeladen.
Seine vielfältigen Erfahrungen im Bereich der Geschäftskontakte veröffentlichte der Netzwerker 2009 in dem Buch „77 Irrtümer des Networking“.

Wir trafen den gebürtigen Hamburger am Kölner Rheinauhafen.

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Das derzeit größte Städtebauprojekt der Stadt Köln verfügt über eine Bruttogrundrissfläche von 210.000 Quadratmeter. Die Lage in unmittelbarer Nähe zum Rhein, die Kombination aus historischem Baubestand mit moderner Architektur sowie die Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Kunst und Kultur begründen die Attraktivität dieses Standorts.

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Thorsten Hahn wählte diesen Ort nicht nur, weil er eine Verknüpfung zu seiner Geburtsstadt Hamburg herstellt, sondern auch, weil der Hafen für internationales Handeln und internationale Ver(kehrsan-)bindung steht.
Genauso zeigt sich der BANKINGCLUB sehr weltoffen: Mittlerweile finden an 12 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz Veranstaltungen des Clubs statt.

Wie Hamburg ist auch Köln eine Hansestadt, ohne den Beinamen Hanse zu führen.
Hansestädte sind seit dem Mittelalter einem Verbund der Hanse angeschlossen, der mit keinem Vertrag beschlossen wurde, also immer sehr lose und durch gemeinsame Interessen und Beziehungen geprägt war. Genauso funktioniert auch Networking.
“Der Begriff Networking ist die globale Lösung für Bezeichnungen des MITEINANDER-IN-KONTAKT-KOMMENS,” so der Profi-Netzwerker.

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Thorsten Hahn, dem reale Kontakte sehr wichtig sind, würde virtuelle Plattformen wie Xing, Facebook u. Co niemals als Networkingplattformen bezeichnen.

“Xing ist das führende Businessnetzwerk und ein geniales Werkzeug Kontakte vorzubereiten und zu verwalten. Interessant wird es aber erst, wenn ich auf meine Kontakte zugehen, sie live treffen und mit ihnen einen Dialog führen kann.”

Am Ende dieser entspannten und angenehmen Begegnung haben wir viel gelernt.
“Networking ist so alt wie die Menschheit, denn Kontakte waren immer wichtig. Es hieß damals nur anders. Ich werde es bis zu meinem Lebensende nicht ablegen.”

Das macht Hoffnung, dem vielbeschäftigten “Avatar” wieder einmal persönlich zu begegnen.

Horst-Dieter Beyer (Hodibe)

Januar 17, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

Kunst, Kultur und Wirtschaft, aber vor allem Pferdesport!

Der Gründer des legendären KKW-Treffs, Horst-Dieter Beyer (Hodibe genannt) ist Pferdenarr durch und durch.
1937 wurde der Rennstallbesitzer in Köln-Lindenthal geboren.
Mit seiner Familie lebte er zunächst in Köln-Riehl, in unmittelbarer Nähe des Zoologischen Gartens. Bereits als Kleinkind besuchte Beyer regelmäßig den Zoo, weshalb er zunächst Elefantenwärter werden wollte.
Später zog die Familie ins Bergische Land.
Beyer besuchte das humanistische Gymnasium in Waldbröl, absolvierte eine Lehre als Lebensmittelkaufmann, machte sich aber bereits in den frühen 1950er Jahren selbständig als Hersteller und Importeur von Bettwaren.
Beyers Wunsch Bauer zu werden, stimmte Beyer Senior nicht zu, denn der schrieb religiöse Bücher, spielte sieben Instrumente, beherrschte sechs Sprachen und erwartete mehr vom Junior.

Den Namen Hodibe bekam Beyer an Karneval im Jahre 1971 vom damaligen Geschäftsführer des Kölner Renn-Vereins, Egbert von Schmidt-Pauli verpasst. Schmidt-Pauli fand nicht die passende Anrede. Ein „Sie“ war ihm zu fremd, er mochte Beyer aber auch nicht duzen. Also nannte er ihn Hodibe.

Der Name Hodibe ist bis heute im deutschen Galopprennsport ein fester Begriff und Beyer nannte dann auch sein späteres Unternehmen, einen Handel mit Reit- und Rennsportbedarf aller Art Reitsport Hodibe.
Im nächsten Monat feiert sein Geschäft 40jähriges Bestehen.

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Zu den Pferden ist Hodibe Anfang der 1960er Jahre gekommen.
Vor 30 Jahren besaß er noch über 40 Rennpferde, einige waren beim inzwischen verstorbenen Trainer Ferdi Possberg in Neuss untergebracht.
Dem Berufs-Boxer und späteren Leibwächter von Romy Schneider, Anton Dumm (Dummse Tünn) hatte Beyer in den 1970er Jahren sogar ein Pferd geschenkt, weil der noch “eine Box frei hatte.”

Natürlich gibt es nur einen Ort, der für Hodibe von überragender kultureller Bedeutung ist: Die Kölner Galopprennbahn .

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Wir trafen den vergnügten “Pferdegrafen” auf dem Gelände, der 1897 erbauten, ersten Sportanlage der Stadt Köln.

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Die englische Parklandschaft mit ihrem teils sehr alten Baumbestand liegt im Kölner Stadtteil Weidenpesch.

Der Entwurf dieser altehrwürdigen Kulisse des deutschen Pferdesports stammt vom Architekt und Landschaftsgestalter Otto March, der zu den engsten Mitarbeitern des legendären Ingenieurs Gustave Eiffel gehörte.

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Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die alte Haupttribüne mit ihren gusseisernen Verästelungen an den architektonischen Stil erinnert, der für den berühmten Pariser Eiffel-Turm typisch ist.

Hausherr über das 55 Hektar umfassende Grüngelände ist der
Kölner Renn-Verein 1897 e.V., in dem Beyer natürlich Mitglied ist.
Seit weit über hundert Jahren richtet der traditionsreiche Verein, dem bereits viele Kölner Bankiers, Industrielle und wohlhabende Kaufleute angehörten, die Kölner Galopprennen aus.

Beyer engagiert sich nicht nur für den Pferdesport, sondern auch in diversen Vereinen und Verbänden, die teilweise auch kulturelle Zwecke verfolgen. In der Deutsch-Französisch-Belgischen Gesellschaft Köln e.V. ist er genauso Mitglied wie im spanischen Pondon.
Außerdem ist der selbsterklärte Kulturbanause auf allen interessanten und wichtigen Kulturveranstaltungen Kölns anzutreffen.
Auch seinen KKW-Treff möchte er wenigstens zweimal jährlich weiterführen. Hodibe sucht dafür noch Unterstützung.
Denn “Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit” (Karl Valentin).

Aljosha

Dezember 27, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein

“Jeden Künstler inspiriert das Lebendige. Deshalb sind alle meine Werke Lebewesen. Ich kreiere eine neue Lebensform.”

Aleksey Alekseevich Potupin alias Aljosha wurde 1974 in Glukhov, Ukraine geboren.
In den Jahren 2001-2002 studierte er als Gasthörer an der Kunstakademie Düsseldorf (bei Prof. Konrad Klapheck) und fand 2003 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in Düsseldorf.
2006 nahm Aljoscha an der Internationalen Akademie für Bildende Kunst in Salzburg Unterricht bei Shirin Neshat und Shoja Azarai.
Seine Kunstwerke wurden mehrfach ausgezeichnet. So gewann der ukrainische Künstler 2008 in Valencia (Spanien) den “Premio Bancaja” (1. Preis in Bildhauerei) und 2009 in Köln den “Kunstpreis Schlosspark 2009″.

Mittlerweile kann Aljosha auf viele Ausstellungen im In- und Ausland verweisen. “Biofuturism” hieß die Ausstellung seiner Arbeiten im Krefelder Kunstverein (2009),
“The children of Daedalus” heißt seine aktuelle Schau, die noch bis zum 23.01.2011 im Rahmen der International Fine Arts (DIFA) in Thessaloniki (Griechenland) zu sehen ist.

Aljosha wird vertreten von der Galerie Beck & Eggeling in Düsseldorf.

Wir trafen den bescheidenen Künstler in einer beeindruckenden Künstler-Villa in Düsseldorf-Oberkassel.

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“Hinauf” lesen wir über der Eingangstür.

“Hinauf” steht nicht nur für die Verbundenheit mit der griechischen Mythologie, die der Hausbesitzerin eigen ist, sondern auch für den stetigen Verlauf der Karriere dieses dort lebenden und arbeitenden ukrainischen Bildhauers, Malers und Objektkünstlers.

Beim Gang durch das große Haus, der wie im Labyrinth an immer neuen Türen, Aufgängen und Zugängen mündet, meint Aljosha:
“Ich lebe hier wie ein ‘Kunsteremit’. Manchmal gehe ich wochenlang nicht vor die Tür.”

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Das glaubt man sofort, wenn man die im Gebäude verteilten Installationen, Gemälde und Zeichnungen sieht, die in unglaublicher Präzisionsarbeit entstehen.
Seine Zeichnungen, die akribisch, fein und allein mit dem Bleistift wiedergegeben sind, betrachtet Aljosha als „Quintessenz“.
Sie entstehen aber nach den plastischen Arbeiten.

Da stellt sich uns unweigerlich die Frage: Welche Rolle spielt Zeit für Aljosha? Und: Wie lange dauert die künstlerische Arbeit an einem Gemälde, Objekt oder einer Zeichnung?
“Wie lange ist kein Argument. Ich arbeite häufig an vielen Projekten gleichzeitig.”

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Aljoscha erschafft seine filigranen Installationen in einem aufwendigen Prozess aus Acryl (Kunstharz).

Die sorgsam aufgetragenen Acrylfäden bilden Netze sowie Verästelungen und erinnern an amorphe Stoffe. Es entstehen aber keine kristalline Formen, alle Werke besitzen ungeordnete Strukturen.

Weil das Kunstharz sehr schnell härtet, scheinen die feinen Gebilde manchmal wie im Wachsen erstarrt zu sein.

“Viele Betrachter bezeichnen meine Werke als Schwämme oder Kristalle. Sie wollen es strukturieren, einordnen. Aber mich interessiert nicht die Ordnung, sondern die Komplexität. Ich betrachte meine Installationen als Lebewesen.”

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Aljosha sieht sich nicht als Interpret, sondern als Komponist.
“Ich erschaffe zukünftiges, organisches Leben, also neuartige Dinge, die noch nie zuvor da waren.”

Bei der Schöpfung seiner eigenen, biometrischen Lebensformen
inspiriert den Künstler die Biologie und ihre Forschungen für Zellstrukturen, aber auch die Mythologie, die in dieser Villa, die laut Wandzitat aus den “Steinen des Himmels” gebaut wurde, überall vorherrscht.

“Auf der Peripherie des Kreises fallen Anfang und Ende zusammen. [...] Der Weg hinauf und hinab ist ein und derselbe.” Heraklit
Und so verlassen wir voller lebendiger außer-ordentlicher Eindrücke Haus und Künstler.

Prof. Michael Faust

Dezember 14, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein, Kunst

“Ich bin nicht berühmt, nur bekannt.”

Prof. Michael Faust begann seine Laufbahn als Orchestermusiker im Alter von 20 Jahren. Nach seinem Flötenstudium bei Cäcilie Lamerichs (Köln), Karlheinz Zöller (Hamburg) und Auréle Nicolet (Basel) war er Solo-Flötist im Orchestra di Santa Cecilia in Rom, im Hamburger Philharmonischen Orchester und bei den Münchner Philharmonikern unter Sergiu Celibidache.
Solokonzerte führten den gebürtigen Kölner in nahezu alle Länder Europas, nach Nord- und Südamerika, durch Afrika sowie nach Japan.

Im Laufe seiner Karriere wurde er mit vielen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. 1986 erhielt er als erster deutscher Musiker den renommierten“Pro Musicis-Award” in New York.
Prof. Michael Faust war Dozent bei der ‘European Mozart Foundation’ in Prag und Warschau, gibt Meisterkurse in Europa, Südamerika, Japan und den USA und lehrt an der Musikhochschule Düsseldorf.

Seit1988 ist Faust Soloflötist beim WDR Sinfonierorchester Köln.

Wir trafen den hochkarätigen Musiker im Kölner Kunstmuseum Kolumba.

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Als Diözesanmuseum Köln 1853 gegründet, vereinigt das Kunstmuseum des Erzbistums Köln die Trias Ort, Architektur und Sammlung.
2007 wurde der Neubau des Museums nach dem Entwurf des Schweizer Architekten Peter Zumthor an der Stelle der kriegszerstörten romanischen Kirche St. Kolumba in der Kölner Innenstadt eröffnet.
Kolumba ist ein Ort der Konzentration und Auseinandersetzung, hebt Gemeinsamkeiten und Wechselwirkungen der Kunst- und Kulturgeschichte hervor.

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Hier findet Prof. Faust Bezüge zu seiner Arbeit als Musiker.
In vielen seiner Aufführungen werden unterschiedliche Kompositionen aus verschiedenen Epochen der Musikgeschichte dargeboten.

“Die stilistischen Sprünge sind am schwersten.
Wir üben das ständig.

Sobald Du ein neues Stück auf die Bühne bringst, bist Du ein anderer Mensch.”

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Fausts Karriere war ein verzweigter Weg, kein Sprung, aber ein Gang durch Höhen und Tiefen. Das hat ihn stark gemacht.
Großen Respekt hat er vor Komponisten, er selbst hat immer die Nischen bis hin zur Komposition gesucht.
“Es ist schwer sich selbst einzuschätzen und den Platz zu finden, an dem man sich wohl fühlt.”

Musikstücke werden – genauso wie Kunstwerke – sehr unterschiedlich interpretiert.
“Eine Komposition ist wie ein Kunstgemälde. Bringst Du sie zum Klingen, ist sie erst das, was sie sein sollte. Und manchmal sagt ein Komponist sogar: ‘Jetzt habe ich das Stück auch verstanden.’ ”

Prof. Michael Faust ist bei aller Liebe zur Musik und Kunst auch ein engagierter Pädagoge und Förderer.
“Meine Eltern und Lehrer haben mich sehr gefördert und mir den Weg gewiesen. Diese Erfahrung will ich nun weitergeben.”

Darum hat der Musiker einen Verein gegründet.
“InterArtes – Verein zur Förderung der Künste e.V.” hat folgende Ziele:
– Förderung der Kunst, Kultur und Bildung;
– Vergabe von Stipendien und Preise in den Bereichen Musik, Literatur, Architektur und Bildende Kunst;
– Durchführung künstlerischer Veranstaltungen, Wettbewerbe, Kurse, Seminare, Vorträge und Workshops.

Namhafte und international renommierte Künstler sowie anerkannte Spezialisten sind Kuratoren des Vereins. Sie wählen jährlich 6 junge Stipendiaten aus, die die Aufgabe bekommen, in einem Zeitraum von 3 Monaten (von April bis Juni) auf Castello di Gargonza (Italien/Toskana) neue Werke zu erschaffen.

Faust ist dabei besonders wichtig, dass die jungen Künstler durch die Begegnung mit den Kuratoren und Mentoren in einer interdisziplinären Zusammenarbeit Atmosphären schaffen, Sichtweisen und Horizonte erweitern und Bezüge herstellen.

“Das ist mein persönlicher Aufhänger. Ich habe selbst spürbare Inspirationen aus dieser besonderen Atmosphäre in der toskanischen Landschaft gezogen.”

Wann die Reise für die ersten Stipendiaten in die Toskana beginnt, weiß er noch nicht, aber die Weichen sind schon gestellt und viele hochkarätige Fachleute haben ihre Teilnahme zugesagt.
Allein die Sponsoren müssen noch gefunden werden. Aber auch darin sieht der engagierte Musiker kein Problem.

“Ich möchte mir noch ein gewisses Maß an Naivität bewahren. Das schafft Kreativität.”

Hans Kaspers

Dezember 07, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein

“Manchmal ist es notwendig, den Blick bewusst auf Dinge zu richten, die man sonst nicht wahrnehmen würde.”

Hans Kaspers ist Inhaber der HKP-Unternehmensgruppe, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes für Zeitarbeit und Personaldienstleistungen und in dieser Funktion Regionalsprecher für NRW.
Außerdem arbeitet er im Rentenausschuss der VBG sowie im IHK-Ausschuß für Gastronomie, Touristik und Freizeit und bekleidet Ehrenämter in Beiräten verschiedener Mietverwaltungen.

Wir trafen den vielbeschäftigten Unternehmer in der Synagoge in Pulheim-Stommeln.

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Versteckt im Hinterhof der Gemeinde Pulheim-Stommeln, hinter dem Haus Nr. 85 befindet sich die kleine Synagoge. Sie wurde 1831/32 auf einem Grundstück, welches der Gemeindevorsteher für diesen Zweck zur Verfügung gestellt hatte, errichtet und 1882 in der jetzigen Form fertig gestellt.
Etwa 40 Juden lebten 1890 in der jüdischen Gemeinde Stommelns.

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Das Kunstprojekt Synagoge Stommeln wurde 1991 vom damaligen Pulheimer Kulturdezernenten Dr. Gerhard Dornseifer initiiert.
Er hatte die Idee namhafte Künstler nach Stommeln einzuladen und brachte sie dazu, ihre Kunst in Wechselbeziehung zum geschichtlichen Spannungsfeld des Raumes zu setzen.
Die ersten Künstler waren Jannis Kounellis, Richard Serra, es folgten
Georg Baselitz, Rebecca Horn und viele mehr.
Großes internationales Aufsehen, aber auch Aufruhr und Empörung erregte 2006 Santiago Sierras Inszenierung “245m³”.
Sechs Pkws leiteten Abgase aus den Auspuffrohren in das Innere der Synagoge und für Besucher der Kunstaktion war es notwendig eine Atemschutzmaske zu tragen.

Mit „Multiplikationen, Arbeit in situ für eine Synagoge“ von Daniel Buren wurde im August diesen Jahres das aktuelle Kunstprojekt in Stommeln eröffnet.

Beim Eintritt in den kleinen Raum sind wir überwältigt von der großen Wirkung dieser Installation. Was spiegelt sich in einem Spiegel, der sich in einem Spiegel spiegelt?

pixelio

© Albrecht E. Arnold / pixelio.de

(Anmerkung: Leider wurde uns die Veröffentlichung eines Fotos der Installation aus urheberrechtlichen Gründen untersagt.)

An diesen Ort findet jeder, was er selbst mit hinein bringt. So will es der Künstler und auch Kaspers eröffnet diese Umgebung eine eigene Gedankenwelt.
“Die kleine Synagoge war für manche Menschen eine große Welt.”
Der werteorientierte Unternehmer denkt selbst gerne ganzheitlich und ist immer offen für Neues.
Von Daniel Burens Vorgabe, Historisches auf andere Weise zu betrachten, ist der Frirmenchef fasziniert.
“Es gibt so vieles in der Historie, was man einfach nicht begreifen kann. Und wer weiß schon, was vor seiner Haustür wirklich passiert?”

So wie Buren vorhandene Strukturen und architektonische Besonderheiten des Ortes sichtbar werden lässt, setzt auch Kaspers in seiner Firmenphilosophie auf klare Ordnungen, aber auch auf Bewegung und Veränderung.
Von seinen Mitarbeitern fordert er dabei ein hohes Maß an Eigenverantwortung.

Oft fragt sich der Unternehmer, wie es wohl in der Zukunft, in hundert Jahren sein wird. “Wird sich Geschichte wie in diesem Spiegelkabinett wiederholen? Was wird übrig bleiben von dem, was wir selbst initiiert haben?”

Einen Brief, den sein Großvater vor hundert Jahren von einem Kriegskameraden erhalten hatte, hat sich Kaspers einrahmen lassen. “Das Dokument zeigt, wie viel Aufwand jemand vor vielen Jahren betreiben musste, um Glückwünsche oder Ähnliches auszurichten. Darüber machen wir uns im Zeitalter des E-Mail-Verkehrs doch in der Regel keine Gedanken mehr.”

Jenseits des Bildes, jenseits der Kunst eröffnet Daniel Burens Installation also jedem ein ganz persönliches Spiegelsystem und erlaubt vielfältige Assoziationen. Und so hätten wir noch stundenlang an diesem Ort verweilen können.